Skydiver werden in 5 Schritten – #2 Wähle eine Ausbildungsmethode

Nachdem du dich entschieden hast, dass du Fallschirmspringen möchtest, steht nun die Wahl einer Ausbildungsmethode bevor. Wenn du erstmal den freien Fall erleben und schauen willst, ob dir das Ganze überhaupt Spaß macht, so empfiehlt sich ein Tandemsprung. Neben dem Tandemsprung stehen dem angehenden Fallschirmspringer zwei verschiedene Ausbildungsmethoden zur Verfügung. Zum einen wäre da die konventionelle Ausbildung. Sie dauert etwas länger, ist aber eine vollwertige Ausbildung. Die beste Möglichkeit ist meiner Meinung nach die AFF-Ausbildung. Hier erlebst du den Freifall gleich beim ersten Sprung.

Tandemsprung

Das Tandemspringen ist die einfachste Methode in den Genuss des freien Falls zu kommen. Bei einem Tandemsprung springst du mit einem erfahrenen Tandemmaster aus dem Flugzeug. Dabei bist du fest vor seinem Bauch geschnallt und kannst dich voll und ganz auf die neuen Eindrücke konzentrieren. Ein Tandemsprung benötigt keine vorherige Ausbildung oder Vorbereitung. Nach einer 30 Minuten dauernden Einweisung machst du dich auf den Weg auf 4.000m Höhe. Dort warten 50 Sekunden Freifall-Spaß auf dich. In 1.500m wird der Schirm geöffnet und nach 5-7 Minuten Fallschirmflug landest du sicher wieder auf der Erde.

Ich kann nur jedem empfehlen vor der eigentlichen Ausbildung einen Tandemsprung zu machen. Hier kannst du erstmal gucken, ob dir das Fallschirmspringen überhaupt Spaß macht. Außerdem kommst du ohne lange Wartezeit in den Genuss des freien Falls. Ich selber habe vor meiner eigentlichen Fallschirmausbildung vier Tandemsprünge gemacht und es war jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis. Falls du dich für einen Tandemsprung interessiert, habe ich hier alle Wichtige noch einmal ausführlich aufgeschrieben.

Tandem-Voraussetzungen:

  • max. 95kg schwer
  • ab 199€
  • keine Herzkreislauf-Erkrankungen, Schwangerschaft
  • Mindesalter ca. 10 Jahre (am besten auf dem Sprungplatz nachfragen)
  • Buchung über Jochen Schweizer oder direkt anrufen

AFF-Ausbildung

Die AFF-Ausbildung ist die modernste und wohl effektivste Form der Fallschirm-Ausbildung. Bei der AFF-Ausbildung erlebt der Schüler gleich beim ersten Sprung den freien Fall aus 4.000m. Begleitet wird er dabei von zwei Lehrern, die ihm im freien Fall Anweisungen geben und auf ihn aufpassen. Die AFF-Ausbildung besteht aus einem 2-tägigen Theorieunterricht sowie insgesamt 7 Ausbildungs-Sprüngen (genannt „Levels“). Außerdem werden am Boden intensiv Notfallmaßnahmen und z.B. der Landefall geübt. Bei jedem Sprung erlernt der Schüler neue Manöver des freien Falls bei stetig steigender Herausforderungen. So wird der Schüler intensiv aber mit viel Spaß in den Fallschirmsport eingeführt. Zum bestehen eines Levels müssen vorgegebene Lernziele erreicht werden. Erfüllt der Schüler diese Lernzielen nicht, muss er das jeweilige Level wiederholen.

Ich selber habe auch eine AFF-Ausbildung gemacht (in Fehrbellin) und ich kann sie nur jedem weiterempfehlen. Wenn du nicht gleiche eine komplette AFF-Ausbildung machen möchtest, bietet sich die Buchung eines Schnupperkurses an. Hier erhältst du den kompletten Theorieunterricht inkl. Groundschool und er beinhaltet außerdem AFF-Level 1. Möchtest du nach dem Schnupperkurs eine komplette Ausbildung absolvieren ,kannst du dir den ersten Sprung anrechnen lassen und gleich mit AFF-Level 2 weitermachen. Lese hier mehr über die AFF-Ausbildung im Detail.

Konventionelle Ausbildung

Die konventionelle Ausbildung ist wie der Name schon sagt die ältere Ausbildungsform. Andere Bezeichnungen für diese Ausbildungsform sind auch „Automaten-Ausbildung“ oder Static-Line-Ausbildung. Anders als bei der AFF-Ausbildung wird der angehende Fallschirmspringer hier nicht gleich beim ersten Sprung dem freien Fall ausgesetzt. Hier macht der Springer seinen ersten Sprung aus 1.000m – 1.500m Höhe, der Fallschirm wird von einer sogenannten Aufziehleine geöffnet. Diese Leine ist mit dem Flugzeug verbunden und öffnet nach dem Absprung den Fallschirm des Schülers automatisch.

Der Schüler tastet sich über mehrere Sprünge immer weiter an höhere Absprunghöhen an. Ab dem siebten Sprung etwa darf der Schüler seinen ersten Freifall-Sprung mache. Diesen jedoch nicht aus voller Höhe und zu Anfang mit nur einigen wenigen Sekunden Freifall. Der Theorieunterricht ist bei der konventionellen und der AFF-Ausbildung der Selbe, ausgenommen ist der Aufbau der Trainingssprünge. Auch die Kosten sind in etwa gleich, auf manchen Sprungplätzen etwas günstiger.

Die konventionelle Ausbildung ist ein vollwertiger Ausbildungskurs und befähigt zum Fallschirmspringen. Trotzdem würde ich, wenn möglich, die AFF-Ausbildung der konventionellen Ausbildung vorziehen. Bei der AFF-Ausbildung ist der Lerneffekt im freien Fall durch die Betreuung der Lehrer einfach wesentlich höher. Sie können direkt eingreifen und Fehler ausbügeln, bevorn man sie sich angewöhnt.