Skydiver werden in 5 Schritten – #3 Finde deinen Sprungplatz

Nachdem du eine Ausbildungsmethode ausgewählt hast, musst du dir nun einen geeigneten Sprungplatz suchen. Hier solltest du dir etwas Zeit nehmen, da du in Zukunft viel Zeit an diesem Ort verbringen wirst. Neben der Erreichbarkeit  gibt es noch weitere Punkte, die man bei der Wahl des Sprungplatzes beachten sollte. Die Frage lautet also; Was zeichnet einen guten Fallschirmsprungplatz aus?

Infrastruktur

Bevor  du dich zur Ausbildung an einem bestimmten Sprungplatz entscheidest, empfiehlt es sich, den Sprungplatz zu besuchen und sich  ein Bild von der Infrastruktur zu machen. Gibt es ausreichende und gepflegte sanitäre Einrichtungen? Gibt es die Möglichkeit dort etwas zu essen zu bekommen, zum Beispiel ein Restaurant oder eine Imbissbude? Auch solltest du checken ob es dort die  Möglichkeit gibt zu übernachten oder zu campen. Viele Fallschirmsprungplätze haben einen dazugehörigen Campingplatz und oft auch ein sogenanntes Bunkhouse.Dies ist ein kleines Haus oder ein Container mit Doppelstockbetten, in dem du kostengünstig übernachten kannst.

Wenn du später einmal feststellen solltest, dass dir Fallschirmspringen sehr viel Spaß macht und du den Sport gerne weiter betreiben würdest, empfehle ich dir, dir einen kleinen Wohnwagen bzw. Wohnanhänger zu kaufen. Es lohnt sich auf jeden Fall und ist wesentlich entspannter, als jedes Mal ein Zelt aufzubauen (auch gemütlicher).

Öffnungszeiten/Wetter

Die meisten Fallschirmsprungplätze in Mitteleuropa haben von April bis Ende Oktober geöffnet. Da Fallschirmspringen ein seht wetterabhängiger Sport ist, macht das schlechte Wetter das Springen im Winter oft unmöglich. Es gibt aber auch Sprungplätze, die durchgängig das ganze Jahr geöffnet haben. Oft gibt es auch Specials wie Nikolaus- oder Weihnachtsspringen,

Manche Sprungplätze haben auch nur am Wochenende geöffnet. Dies kommt häufiger vor bei kleineren Sprungplätzen, für die sich der durchgehende Betrieb aufgrund der geringen Auslastung nicht lohnt. Ein Beispiel wäre Skydive-Ostsee oder der belgische Sprungplatz in Schaffen, der unter der Woche militärisch genutzt wird.

Flugzeug

Viele unterschiedliche Sprungplätze haben natürlich auch viele unterschiedliche Flugzeuge.  Von kleinen Cessnas für nur 4 Personen geht es bis zur Antonov. Oft ist es so, dass die kleineren Flugzeuge am längsten bis auf Absprunghöhe brauchen, zum Teil bis zu 40 Minuten.

Wenn man mit dem Sport beginnt ist es einem egal, da alles noch sehr aufregend ist. Wenn man später jedoch mal fünf oder acht Sprünge am Tag machen will, nervt es echt wenn man immer ewig auf 4000m fliegen muss. Daher wählt lieber einen Sprungplatz mit  einer leistungsstärkeren Maschine, dann sparst du viel Zeit und kannst im Endeffekt  viel mehr Sprünge machen.  Du musst bedenken, dass wenn du zum Beispiel fünf  Sprünge am Tag machst, du eine ganz schön lange Zeit im Flugzeug verbringen wirst.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach Abschluss der  Ausbildung erhält man den Frei-Solo Status. Um ausgefeiltere Flugtechniken zu lernen, sind die meisten jedoch auf die Hilfe eines erfahrenen Fallschirmspringers angewiesen. Vor allem wenn man sich auf eine Disziplin wie Freefly, Formationsspringen oder Wingsuit spezialisieren will. Deshalb ist es wichtig, dass es neben dem normalen Ausbildungsangebot, auch entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten für Neulinge im Sport gibt. Im Fallschirmspringerjargon nennt man diese Art des Trainings Coaching (den Lehrer „Coach“). Der Coach springt gemeinsam mit dir aus dem Flugzeug und hilft dir, deine Technik zu verbessern. Durch direktes korrigieren im freien Fall und anschließender Videoauswertung am Boden ist diese Art des Trainings sehr effektiv.

Bevor du dich also für einen Srrungplatz entscheidest, ruf einmal dort an und frag, für welche Fallschirmsport-Disziplinen Coaching angeboten wird. Ich selber habe gleich nach der Ausbildung angefangen, ein paar  Freefly-Unterrichtssprüng bei einem Coach zu absolvieren. So konnte ich einen einfachen und sicheren Einstieg in diese Fallschirmsport-Disziplin finden. Für Disziplinen wie Freeflying oder Wingsuiting ist die Inanspruchnahme eines Coaches sogar Pflicht, da jede Fallschirmsportdisziplin auch individuelle Gefahren mit sich bringt (hohe Geschwindigkeit oder komplizierte Technik).

Je mehr aktive Fallschirmspringer an einem Sprungplatz zu finden sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit von anderen lernen zu können. Eine gute Dropzone hat nicht nur saubere Toiletten und ein schnelles Flugzeug, sondern vor allem auch eine aktive Sportspringer-Gemeinschaft.

Weitere Informationen

Skydiver werden in 5 Schritten
Fallschirmspringen leicht gemacht