NormalerSkydive
Ich (rechts) beim Exit mit Freunden.

Für viele ist der Tandemsprung der erste Schritt in den Sport. Wer nicht genug bekommen, der hat die Möglichkeit eine Ausbildung zu absolvieren.  Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Ausbildungsarten – der konventionellen Ausbildung und der AFF-Ausbildung. Da die AFF-Ausbildung mittlerweile am weitesten verbreitet ist, möchte ich gerne mit dieser Ausbildungsmethode anfangen.

AFF-Ausbildung (Accelerated Free Fall)

 

Die AFF-Ausbildung oder auch „beschleunigte Freifall-Ausbildung“  ist die Ausbildungsmethode überhaupt. Entwickelt vom Amerikaner  Ken Coleman in den späten 80er Jahren, bietet die AFF-Ausbildung den schnellsten und direktesten Einstieg in den Fallschirmsport. Bereits nach 2 Tagen Theorieunterricht geht es gemeinsam mit zwei Lehrern in die Luft auf 4000m. Die AFF-Ausbildung besteht aus insgesamt 7 Sprüngen bzw. Lernstufen, bei denen der Schüler unter Freifall-Aufsicht von Lehrern, verschiedene Lernziele erfüllen muss.

Oskar beim AFF-Ausbildungssprung
Oskar beim AFF-Ausbildungssprung

Jeder Ausbildungskurs startet mit 2 Tagen intensivem Theorietraining und praktischen Übungen. Von Aerodynamik bis Luftrecht ist alles dabei. Im sogenannten Hänger (simuliert das Hängen unter dem Fallschirm ) werden Notprozeduren und Reaktionsfähigkeit geübt. Weiter geht es dann im Sandkasten mit Landefallübungen.

Alle Abläufe werden immer wieder geübt – solange bis der Schüler auf jedes Problem eine Antwort weiß. Passt das Wetter, so sitzen sie bereits nach 2-3 Tagen in einem Flieger bis auf 4.000m. Ich persönlich, habe auch eine AFF-Ausbildung gemacht und konnte bereits nach einer Woche alleine aus dem Flugzeug springen.

Alle 7 Sprünge der AFF-Ausbildung finden in Begleitung von Lehrer statt. Bei jedem Sprung, müssen Sie bestimmte Aufgaben und Lernziele erfüllen. Anders als beim Tandemsprung, sind Sie nicht einem Lehrer vor den Bauch geschnallt. Die Lehrer begleiten Sie währen des freien Falls und helfen Ihnen dabei, die richtige Körperposition zu finden und sich im freien Fall zurechtzufinden. Sollte doch etwas mal nicht ganz gelingen, so sind die Lehrer sofort zur Stelle um Ihnen zu helfen.

Durch Griffe und Handzeichen stehen Sie dabei in ständiger Kommunikation mit Ihren Lehrern. Das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler ist währen der AFF-Ausbildung sehr eng. Man verlässt sich aufeinander und schon bald, werden Sie in Ihren Lehrer nicht nur kompetente Partner sehen – sondern vor allem auch neue Freunde.

Haben Sie die 7 Sprünge der AFF-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, können Sie alleine aus dem Flugzeug springen. Jedoch sind Sie bis Abschluss der Lizenzprüfung weiterhin im Schülerstatus, d.h. Sie genießen besondere Aufmerksamkeit und müssen sich auch an einige spezielle Regeln halten. Ein sogenannter Bodenlehrer begleitet Sie in der Regel während dieser Zeit. Nach den 7 Sprüngen der AFF-Ausbildung müssen Sie noch 18 weitere Solo-Sprünge machen, um Ihre Lizenz in den Händen halten zu können.

Ich habe selber, im Alter von 14 Jahren, meine AFF-Ausbildung abgeschlossen und kann diesen Ausbildungsweg nur jedem weiterempfehlen.

Die Kosten der AFF-Ausbildung liegen zwischen 1300-1500€, ähnlich wie ein Führerschein. Im Preis enthalten sind die 2 Tage „Ground School“ und 7 Sprünge mit Begleitung der Sprunglehrer. Mit Abschluss der AFF-Ausbildung erhält man den Frei-Solo-Status (idealerweise nach 7 Sprüngen). Von dahin sind es noch 15 weitere Solosprünge bis zur Lizenz. Während dieser Sprünge, verbessert der Schüler seine Freifall- und Fallschirmflug-Fähigkeiten um dann am Ende, erfolgreich den Prüfungssprung zu absolvieren. Ist dieser Sprung dann erfolgreich bestanden, erhält der Schüler die deutsche Fallschirmspringerlizenz des DFV (Deutscher Fallschirmsportverband). Zum erhalt der Lizenz müssen dann jedes Jahr mindestens 12 Sprünge durchgeführt werden, ansonsten hält sie ein Leben lang. Die deutsche Fallschirmsportlizenz berechtigt den Träger dazu, weltweit Fallschirmsprünge durchzuführen.

Hier finden Sie mehr über die AFF-Ausbildung im Detail.

Konventionelle Ausbildung

KappenflugDie konventionelle Ausbildung geht ebenfalls mit 2 Tagen intensivem Theorietraining und praktischen Übungen los. Nach der Ausbildung am Boden erfolgt der erste Sprung aus 1.500m Höhe. Anders als bei der AFF-Ausbildung, springt der Schüler bei der konventionellen Ausbildung alleine und zu Anfang nur mit kurzen Freifall.

Der Fallschirm wird bei mindestens den ersten 10 Sprüngen durch eine Aufziehleine geöffnet (mit Ausnahme AFF). Diese ist am Flugzeug befestigt und nur wenige Meter lang. Wenn der Schüler gezeigt hat, dass er die richtige Absprunghaltung einnehmen kann , darf er dann auch zum ersten mal den Fallschirm manuell ziehen. Im Laufe der konventionellen Ausbildung wird die Höhe des Absprungs und die Freifallzeiten immer mehr gesteigert. Ein Nachteil der konventionnell Ausbildung ist der fehlende, direkte Kontakt mit dem Lehrer während des Sprungs.  In der Praxis hat sich gezeigt, dass die AFF-Ausbildung die Schüler meist besser und direkte in den Sport einführt. In den 7 AFF-Sprüngen lernt man meist wesentlich mehr als in 20 automatischen Sprüngen. Trotzdessen ist auch dieser Ausbildungsweg vollwertig und bereitet auf das Leben als Solospringer vor.

Vorraussetzungen zur Fallschirm-Ausbildung

  • Mindestsalter 14 Jahre
  • bei Minderjährigen Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten erfordert
  • Körpergewicht maximal 95 Kilogramm
  • Haus- oder sportärztliches Tauglichkeitsattest
  • normale Fitness
  • gute Auffassungsgabe
Wenn du einen Solo-Sprung machen willst, kannst Du über Jochen Schweizer ab 369€ einen Fallschirm-Schnupperkurs buchen.